Corint Media schließt Lizenz­ver­trag mit Such­ma­schi­ne Eco­sia

Corint Media und die größ­te euro­päi­sche Such­ma­schi­ne Eco­sia schlie­ßen dau­er­haf­ten Lizenz­ver­trag über Rech­te der Pres­se­ver­le­ger. Im Sin­ne des Pres­se­leis­tungs­schutz­rechts eini­gen sich die grüne Such­ma­schi­ne Eco­sia, mit Sitz in Ber­lin, und Corint Media auf die gefor­der­te Vergütungsberechnung. Eco­sia betont den Wil­len zur Rechts­kon­for­mi­tät und die eige­nen ethi­schen Grund­wer­te als Grund­la­ge der stra­te­gi­schen Aus­rich­tung der Such­ma­schi­ne, auch bei der Nut­zung von Inhal­ten der Ver­le­ger sowie Ein­zel­ur­he­be­rin­nen und ‑urhe­bern.

Pres­se­mit­tei­lung
Ber­lin, 27.07.2022

Nach mona­te­lan­gen Ver­hand­lun­gen haben sich die größ­te euro­päi­sche Such­ma­schi­ne Eco­sia und Corint Media auf einen Mus­ter­li­zenz­ver­trag zur Nut­zung von Pres­sein­hal­ten geei­nigt und damit auch zur Zah­lung einer ange­mes­se­nen und dau­er­haf­ten Vergütung für die Inhal­te der Pres­se­ver­le­ger und ihrer Urhe­ber. Auf eine beglei­ten­de gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung zur Klä­rung etwaig strei­ti­ger Fra­gen rund um das mit Wir­kung zum 7. Juni 2021 eingeführte Pres­se­leis­tungs­schutz­recht ver­zich­ten die Ver­trags­par­tei­en.

Die Eini­gung und der Abschluss des Lizenz­ver­tra­ges sind auf Dau­er ange­legt. Eco­sia akzep­tiert die Lizenz­be­rech­nun­gen von Corint Media zur „ange­mes­se­nen Vergütung von Such­ma­schi­nen­be­trei­bern“. Der nun ver­trag­lich zugrun­de geleg­te Berech­nungs­an­satz für die Fest­stel­lung der ange­mes­se­nen Vergütung ist üblich und im kol­lek­ti­ven Urhe­ber­recht durch­ge­setzt. Er geht im Ein­zel­nen davon aus, dass sich die geld­wer­ten Vor­tei­le aus der Nut­zung der Pres­se­leis­tungs­schutz­rech­te nur über Pro­zent­sät­ze auf den durch Wirtschaftsprüfer tes­tier­ten Wer­be­um­satz der Such­ma­schi­ne als Rech­te­nut­ze­rin erfas­sen las­sen. Grund dafür ist einer­seits, dass aus­schließ­lich die Such­ma­schi­ne die Nut­zun­gen der Rech­te der Ver­le­ger im Wege der stän­dig statt­fin­den­den, unsicht­ba­ren, mas­sen­haf­ten Ver­viel­fäl­ti­gun­gen der Pres­se­er­zeug­nis­se und der öffent­li­chen Zugäng­lich­ma­chung kennt.

Kon­kret ent­rich­tet Eco­sia mit die­sem Mus­ter­li­zenz­ver­trag eine ange­mes­se­ne Vergütung auf der Grund­la­ge des heu­ti­gen Corint Media-Rech­te­portfo­li­os von ca. 30 Pro­zent der natio­na­len Pres­se­er­zeug­nis­se. Je nach Umfang der ver­tre­te­nen Pres­se­leis­tungs­schutz­rech­te wird Eco­sia bis zu 11 Pro­zent sei­ner Umsät­ze an Corint Media als ange­mes­se­ne Vergütung für die Nut­zung der Rech­te zah­len.

Das kli­ma­po­si­ti­ve Such­ma­schi­nen­un­ter­neh­men Eco­sia mit Sitz in Ber­lin wird u. a. über gemein­wohl­ori­en­tier­te Stif­tungs­ge­sell­schaf­ter gehal­ten. Das Unter­neh­men ist dar­auf ver­pflich­tet, alle Unter­neh­mens­ge­win­ne in nach­hal­ti­ge Umwelt­pro­jek­te zu inves­tie­ren, dar­un­ter Baum­pflanz­pro­jek­te, Solar­pro­jek­te oder die För­de­rung rege­ne­ra­ti­ver Land­wirt­schaft. Eco­sia hat bis heu­te mehr als 150 Mil­lio­nen Bäu­me in Bio­di­ver­si­täts-Hot­spots auf der gan­zen Welt gepflanzt.

Eco­sia erkennt mit die­sem Ver­trags­ab­schluss die Arbeit mei­nungs­bil­den­der Pres­se­ver­le­ger als wich­ti­gen Bei­trag für das demo­kra­ti­sche Gefüge an. Die ver­ein­bar­te Vergütung sieht Eco­sia in Über­ein­stim­mung mit dem gel­ten­den Recht und den eige­nen gemein­wohl­ori­en­tier­ten Unter­neh­mens­wer­ten.

COO Eco­sia, Dr. Wolf­gang Oels:„Im Kampf gegen die Kli­ma- und Bio­di­ver­si­täts­kri­se braucht unse­re Gesell­schaft eine Viel­falt an mei­nungs­bil­den­den und qua­li­ta­ti­ven Inhal­ten. Die Arbeit der Pres­se­ver­le­ger ist wich­tig, wenn nicht sogar essen­zi­ell für eine Demo­kra­tie. Als Such­ma­schi­ne sind wir eine rele­van­te Schnitt­stel­le zwi­schen Mensch und Infor­ma­ti­on. Die­ser Ver­ant­wor­tung möch­ten wir gerecht wer­den und gleich­zei­tig die Arbeit der Pres­se­ver­la­ge nicht als selbst­ver­ständ­lich ver­ken­nen. Daher haben wir uns bereit erklärt, im Sin­ne des Pres­se­leis­tungs­schutz­rechts eine fair ver­ein­bar­te und ange­mes­se­ne Vergütung an Corint Media für deren Inhal­te zu zah­len. Die­se Eini­gung konn­ten wir ohne gericht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung erzie­len. Denn Rechts­strei­tig­kei­ten kann man bei recht­li­chen Unsi­cher­hei­ten führen, aber nicht, um sich dem Recht zu ent­zie­hen. Wir gehen ger­ne als ers­te Such­ma­schi­ne die­sen Schritt, aber hof­fen nicht die letz­te zu sein.“

Auch für Corint Media-Geschäftsführer Mar­kus Run­de und Chris­toph Schwennicke ist der Abschluss eines ers­ten Mus­ter­li­zenz­ver­trags mit einem Such­ma­schi­nen­an­bie­ter nicht nur ein deut­li­cher Erfolg für die Finan­zier­bar­keit einer frei­en Pres­se und der Arbeit von Jour­na­lis­ten, son­dern auch ein Signal: „Wir haben mit die­sem Ver­trag eine Ver­kehrs­durch­set­zung für die ange­mes­se­ne Vergütung bei Nut­zung der Pres­se­er­zeug­nis­se durch alle Such­ma­schi­nen­be­trei­ber geschaf­fen. Die­se Ver­kehrs­durch­set­zung gilt für alle Nut­zer, auch für Markt­be­herr­sch­er wie Goog­le und Face­book, unter­stellt unse­re Rechts­ord­nung doch die Gleich­heit bei der Durch­set­zung des Rechts, auch des Pres­se­leis­tungs­schutz­rechts, gegenüber jeder­mann und jedem Unter­neh­men, Art 3 GG. Nun muss mit Hil­fe des novel­lier­ten Kar­tell­rechts und im Rah­men der durch das Bun­des­kar­tell­amt bereits gegen Goog­le und Face­book begon­ne­nen Ver­fah­ren dafür Sor­ge getra­gen wer­den, dass die­se Markt­be­herr­sch­er ihre Rech­nun­gen bezah­len. Sie dürfen sich nicht wei­ter­hin auf­grund ihrer Markt­macht dem natio­na­len und euro­päi­schen Rechts­rah­men ent­zie­hen. Wenn wir es in unse­ren west­li­chen Demo­kra­tien nicht schaf­fen, gel­ten­des Recht auch gegenüber Weltmarktführern durch­zu­set­zen, haben wir kei­ne Zukunft.“

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