Bun­des­kar­tell­amt stärkt Corint Media in Ver­fah­ren gegen Goog­le

Bun­des­kar­tell­amt lädt Corint Media im Ver­fah­ren gegen Alphabet/Google wegen des Ver­dachts von Ver­stö­ßen durch Goog­le , § 19a, 19, 20 GWB, Art. 102 AEUV, in Ver­bin­dung mit dem Goog­le News Show­ca­se offi­zi­ell bei

Pres­se­mit­tei­lung
Berlin/ Bonn, 30.06.2022

Mit offi­zi­el­lem Beschluss vom 29. Juni 2022 ist die Corint Media GmbH als bis­lang ein­zi­ge Par­tei dem Kar­tell­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gegen Goog­le und deren Mut­ter­kon­zern Alpha­bet bei­ge­la­den wor­den: „Die Inter­es­sen von Corint Media sind durch das Ver­fah­ren erheb­lich berührt“, so das Bun­des­kar­tell­amt in dem sechs­sei­ti­gen Beschluss.

Auf die Beschwer­de von Corint Media vom Febru­ar 2021 hat­te das Bun­des­kar­tell­amt bereits im Juni 2021 ein Kar­tell­ver­wal­tungs­ver­fah­ren gegen Goog­le und Alpha­bet ein­ge­lei­tet. Corint Media hat­te in der Beschwer­de unter ande­rem vor­ge­tra­gen, Goog­le nut­ze sei­ne markt­be­herr­schen­de Stel­lung, um das Pres­se­leis­tungs­schutz­recht leer­lau­fen zu las­sen. Alle Goog­le News Show­ca­se-Ver­trä­ge wie auch die soge­nann­ten ENP-Ver­trä­ge sei­en in der Sache nur stra­te­gi­sche Goog­le-Werk­zeu­ge gegen die Durch­set­zung des Pres­se­leis­tungs­schutz­rechts.

Die­ses Pres­se­leis­tungs­schutz­recht hat­te der Gesetz­ge­ber den Pres­se­ver­le­gern gewährt, damit die­se dau­er­haft ein­heit­li­che, trans­pa­ren­te und vor allem ange­mes­se­ne Ver­gü­tun­gen für die Rech­te­nut­zung von Goog­le und ande­ren Nut­zern wie Face­book und Micro­soft erhal­ten. Allein gegen Goog­le hat Corint Media auf der Grund­la­ge der übli­chen Usan­cen im Urhe­ber­recht einen Anspruch auf Zah­lung von 420 Mil­lio­nen Euro für die Rech­te der von Corint Media ver­tre­te­nen Pres­se­ver­le­ger im Jahr 2022 gel­tend gemacht. Goog­le hat­te die­sen Anspruch rund­her­aus und ohne Begrün­dung abge­lehnt und zahlt bis heu­te nichts an die Corint Media-Ver­le­ger. Zugleich, so hat­te Corint Media ange­führt, nut­ze Goog­le sei­ne Markt­be­herr­schung, um dau­er­haft ver­le­ge­ri­sche Pro­duk­te zu sub­sti­tu­ie­ren.

Das Bun­des­kar­tell­amt stellt im aktu­el­len Bei­la­dungs­be­schluss nicht nur wört­lich fest, dass das Ver­fah­ren die Inter­es­sen von Corint Media erheb­lich berüh­re, son­dern des Wei­te­ren, dass Corint Media und Goog­le sich als Anbie­ter und Nach­fra­ger nach Lizen­zen für das Pres­se­leis­tungs­schutz­recht gegen­über­stün­den. Corint Media kön­ne in solch einer Aus­gangs­la­ge durch das Ver­hal­ten von Goog­le und Alpha­bet in Situa­tio­nen gera­ten, in denen Corint Media dis­kri­mi­niert und unbil­lig behin­dert wird, ohne dass dies auf leis­tungs­ge­rech­tem Wett­be­werb beru­hen wür­de. Ins­be­son­de­re kön­ne die Wahl­frei­heit der Pres­se­ver­le­ger, für wel­chen Weg der Ver­wer­tung ihres Pres­se­leis­tungs­schutz­rechts sie sich ent­schei­den wol­len, durch die bean­stan­de­te Vor­ge­hens­wei­se der Betei­lig­ten, wie etwa mit abge­stimm­ten Aus­ge­stal­tun­gen der Show­ca­se-Ver­trä­ge, dahin­ge­hend ein­ge­schränkt wer­den, dass Ver­le­ger sich gegen einen Wahr­neh­mungs­ver­trag der Corint Media ent­schei­den.

Corint Media kön­ne „mit Erfah­run­gen und Kennt­nis­sen (…) Bei­trä­ge zur Sach­ver­halts­klä­rung und Fol­gen­ein­schät­zung (…) leis­ten.“ Dies habe Corint Media „mit zahl­rei­chen Schrift­sät­zen und mündlichen Bei­trä­gen (…) bereits gezeigt. Für wei­te­re Bei­trä­ge sei es nicht zu spät“, so das Bun­des­kar­tell­amt.

Mar­kus Run­de, Chris­toph Schwennicke, Geschäftsführer Corint Media:„Wir begrüßen die Ent­schei­dung des Bun­des­kar­tell­amts, die Corint Media – als bis­lang ein­zi­ge Par­tei – dem Ver­fah­ren gegen Goog­le und ihren Mut­ter­kon­zern Alpha­bet bei­zu­la­den. Das Kar­tell­recht, auch der neu geschaf­fe­ne § 19a GWB, erlau­ben gegenüber Markt­be­herr­schern eine wirk­sa­me ex ante Regu­lie­rung, damit die Durch­set­zung des Pres­se­leis­tungs­schutz­rech­tes auch gegen Goog­le und Face­book mög­lich wird. Mit der Unterstützung des Bun­des­kar­tell­am­tes kann die Corint Media der gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Garant dafür sein, dass nicht allein Goog­le Bedin­gun­gen und die Höhe der Vergütung für die Nut­zung des Pres­se­leis­tungs­schutz­rech­tes fest­setzt, son­dern dass die­se von unab­hän­gi­gen Gerich­ten aus­ge­ur­teilt wer­den, das heißt, dass der Rechts­weg offen bleibt und nicht Goog­le den dys­funk­tio­na­len intrans­pa­ren­ten Markt wei­ter gestal­tet. Goog­le nutzt auch die Rech­te der Corint Media-Ver­le­ger schließ­lich bereits seit Juni 2021 rechts­wid­rig. Goog­le ver­viel­fäl­tigt alle ver­le­ge­ri­schen Inhal­te und macht die­se ohne jede Zah­lung öffent­lich zugäng­lich. Der Gesetz­ge­ber will genau das nicht, son­dern ver­langt ausdrücklich die Schaf­fung eines funk­tio­nie­ren­den, trans­pa­ren­ten Mark­tes für das Ange­bot und die Nach­fra­ge aller Pres­se­leis­tungs­schutz­rech­te sowie die Zah­lung einer ange­mes­se­nen Vergütung. Ganz in die­sem Sin­ne hat auch die fran­zö­si­sche Kar­tell­be­hör­de am 21. Juni 2022 die her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung der Pres­se­er­zeug­nis­se für die Goog­le-Such­ma­schi­nen und Goog­le-Ange­bo­te ausdrücklich fest­ge­stellt.“

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