Fran­zö­si­sches Beru­fungs­ge­richt bestä­tigt Vor­ga­ben gegen Goog­le

Pres­se­leis­tungs­schutz­recht: Cour d’Appel de Paris bestä­tigt Auf­la­gen gegen Goog­le und die Argu­men­te der Pres­se­ver­le­ger

Pres­se­mit­tei­lung
Paris, 08.10.2020

In sei­ner Ent­schei­dung vom 8. Okto­ber 2020 bestä­tigt das Cour d’Appel de Paris aus­drück­lich die Auf­la­gen der fran­zö­si­schen Wett­be­werbs­be­hör­de gegen Goog­le und die von den Pres­se­ver­le­gern vor­ge­brach­ten Argu­men­te. Beson­ders schwer­wie­gend ist dabei die Fest­stel­lung, dass die den Pres­se­ver­le­gern von Goog­le vor­ge­schla­ge­ne Alter­na­ti­ve, ent­we­der auf jeg­li­che Ver­gü­tung zu ver­zich­ten oder aber eine Hin­ab­stu­fung oder Aus­lis­tung der ver­le­ge­ri­schen Inhal­te in Kauf zu neh­men, nach Über­zeu­gung des Gerichts einen Markt­miss­brauch dar­stellt.

Dar­über hin­aus weist das Gericht dar­auf hin, dass den Pres­se­ver­le­gern für die Nut­zun­gen durch Goog­le ein Ver­gü­tungs­an­spruch zuste­he, der auf dem ihnen durch das Gesetz begrün­de­te Imma­te­ri­al­gü­ter­recht beru­he. Davon abge­se­hen sei­en die Nut­zun­gen Goo­g­les auch nicht durch die Schran­ken­re­ge­lung (Aus­nah­me für kur­ze Text­aus­schnit­te) gedeckt.

Ange­sichts der in der DSM-RL nie­der­ge­leg­ten Erwä­gun­gen zuguns­ten eines effek­ti­ven Schut­zes von Pres­se­ver­öf­fent­li­chun­gen (ErwG 54 und 58) kön­ne Goog­le sei­ne Nut­zun­gen nicht durch die Behaup­tung recht­fer­ti­gen, sein Geschäfts­mo­dell beru­he aus­schließ­lich auf der Nut­zung von sehr kur­zen Text­aus­schnit­ten, die nicht unter das Pres­se­leis­tungs­schutz­recht fal­len.

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